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Susanne Gaensheimer spricht über die Anziehungskraft von Düsseldorf als Kunst- und Kulturstadt

Im Rahmen unserer neuen Reihe Stadtgespräche sprechen wir mit Menschen, die in Düsseldorf leben oder arbeiten, über ihre Verbindung zur Stadt und werfen gemeinsam einen Blick auf inspirierende, liebgewonnene und gern besuchte Orte in Düsseldorf.

Als Susanne Gaensheimer 2017 als Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf kommt, bringt sie einen reichen Erfahrungsschatz aus ihrer Zeit in München, New York, Münster und Frankfurt mit. Nach ihrem Aufenthalt im Independent Study Programme (ISP) am Whitney Museum of American Art in New York von 1995 bis 1996 und einem Volontariat am Lenbachhaus in München von 1998 bis 1999, wurde sie 1999 zur Direktorin des Kunstvereins Münster berufen. Nachdem sie diese Funktion bis 2001 innehatte, wurde sie Leiterin der Sammlung zeitgenössischer Kunst im Lenbachhaus (2002-2008) und schließlich 2009 Direktorin des MMK in Frankfurt. In dieser Zeit, 2011, kuratierte sie den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig und erhielt dafür den renommierten Goldenen Löwen.

Angesichts dieser beeindruckenden Karriere ist es nicht verwunderlich, dass Gaensheimer die Düsseldorfer Kunstszene so stark geprägt hat. Während ihrer fast sechsjährigen Tätigkeit an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat sie sich das Ziel gesetzt, die Häuser der Kunstsammlung für andere Disziplinen zu öffnen, ein jüngeres Publikum anzusprechen und den Besucher*innen ein breites Spektrum an Kunsterfahrungen anzubieten. Ein Blick auf die Ausstellungen der letzten sechs Jahre von Künstlern wie Carmen Herrera, Maria Hassabi, Raqs Media Collective, Banu Cennetoğlu, Cao Fei, Lutz Bacher, Anne Teresa De Keersmaeker belegen diesen Anspruch und ihren Einfluss. Tanz, Choreografie, Musik und neue Technologien haben das Museum als interdisziplinären Raum neu definiert.

Gaensheimer ist eine Impulsgeberin, die der Stadt neue Positionen und Perspektiven eines internationaleren und vielfältigeren Spektrums von Künstler*innen nahe bringt. Ihre Liebe zur Kunstszene der Stadt zeigt sich in ihrer Arbeit, aber auch außerhalb des Museums hat die lebendige, vielfältige und eklektische Stadt Düsseldorf sie auf Anhieb begeistert.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21. Foto: Sebastian Drüen © Kunstsammlung NRW.

Sie leiten seit 2017 die Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, davor waren Sie in Frankfurt tätig, wie war es damals für Sie nach Düsseldorf zu kommen? Was haben Sie erwartet, was hat sie überrascht?

Natürlich wusste ich schon bevor ich nach Düsseldorf kam, dass diese Stadt zu den Kunstzentren Deutschlands gehört. Es hat mich dann aber doch überrascht, wie vielseitig und lebendig die Szene hier ist, nicht nur in der bildenden Kunst, sondern auch in der zeitgenössischen Musik und im Theater. So konnte ich noch vieles entdecken – bis heute.

Welchen Kunst-Ort in Düsseldorf legen Sie unseren Leser*innen besonders ans Herz? Was kann man dort entdecken? Und welchen Ort zeigen Sie Gästen aus anderen Städten am liebsten, wenn Sie Besuch haben?

Es gibt viele spannende und interessante Kunstorte in Düsseldorf, gerade auch bei den Galerien und den Privatsammlungen. Mit meinen Kindern gehe ich besonders gerne in den Kunstpalast. Meinem Besuch zeige ich aber vor allem die großen Ausstellungen und die Sammlungspräsentationen im K20 und K21 der Kunstsammlung.

Mit freundlicher Genehmigung von: Die Röstmeister.

Nach dem Kunstbesuch: Wo trinken Sie am liebsten ihren Kaffee oder gehen am liebsten Essen?

Vom ersten Tag an waren „Die Röstmeister“ am Belsenplatz in Oberkassel mein Lieblingscafé. Sie haben dort einen hervorragenden Kaffee und ein sehr nettes Team. Mittags gehe ich am liebsten in eines der vielen japanischen Lokale in der Klosterstraße.

Das Schöne in Düsseldorf ist, dass hier viele Künstler*innen und Kulturschaffende leben.

Düsseldorf hat eine sehr reiche Kunstgeschichte, die Akademie hat sehr erfolgreiche Künstler*innen hervorgebracht, die zum Teil immer noch in der Region leben. Wie schätzen die Situation für junge Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstschaffende ein? Ist Düsseldorf weiterhin ein Ort, der junge Menschen inspiriert?

Das Schöne in Düsseldorf ist, dass hier viele Künstler*innen und Kulturschaffende leben und auch viele der Absolvent*innen der Kunstakademie nach dem Studium in der Stadt bleiben. Besonders wichtig ist mir, dass die Kunstsammlung auch ein Ort des Austausches und der Begegnung mit jungen Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstschaffenden ist. Unsere Talk-Reihe „K21 Encounters“ richtet sich vor allem an junge Experter*innen, die wir zum Gespräch einladen. Aber auch durch unsere Erwerbungen von jungen, lokalen Künstler*innen für die Sammlung, fördern wir die lokale Szene.

Können Sie uns einen Ausblick auf das Kunstjahr 2023 der Kunstsammlung geben? Was wird in den Häusern gezeigt werden?

Mit einer großen Ausstellung von der New Yorker Künstlerin Jenny Holzer im K21 starten wir hochkarätig ins neue Jahr. Zur Messe eröffnen wir im K20 die Ausstellung der großartigen Etel Adnan. Die sehr poetischen Bilder der Malerin und Dichterin, die aus Beirut kommt und ihr Leben in Kalifornien und Paris verbracht hat, gehören zu meinen ersten Erwerbungen für die Kunstsammlung, die ich gemacht habe, um den Kanon der Sammlung und unseren Blick auf die Welt zu erweitern. Im Herbst zeigen wir im K20 Chaïm Soutine, einen der schillerndsten Figuren der klassischen Moderne und im K21 in einer Kooperation mit der Tate den international preisgekrönten Filmemacher Isaac Julien, der in seinen Filmen postkoloniale Themen verhandelt.

 

 

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