Talks

Hier finden Sie einen Rückblick auf das Talk Programm 2018:

Jana M Noritsch_CCB_Fotograf Nils Homann_web_x

Freitag, 16. November 2018  //  16 Uhr

“Kunstsammler zwischen Passion und Wertschöpfung: Wem vertrauen wir?”

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Jana Noritsch

Kunst wird niemandem aufgezwungen. Und doch ist die ‚Kunstwelt‘ gesellschaftlich und ökonomisch von einem unheimlichen Druck durchwoben.

In erster Linie ist Kunst für Künstler und Betrachter eine ziemlich intime Angelegenheit und allein deshalb ist jede Sammlung individuell motiviert. Auch der Umgang mit der eigenen Popularität als Sammler in der Öffentlichkeit ist unterschiedlich: Fluch oder Segen, wenn das genauere Hinsehen am Messestand von Marktbeobachtern unmittelbar als Kaufempfehlung interpretiert wird? Da der Wert von Kunst nur bedingt oder gar nicht wissenschaftlich nachweisbar ist, sondern sich eher sozial konstruiert, ist die qualitative, monetäre Einschätzung auf dem Kunstmarkt eine X-Variable für viele Liquidationsströme. Während zweifelsohne generell viel Kunst gekauft wird, beschäftigen sich die älteren, umfassenderen Sammlungen vermehrt mit ihrer Bestandsaufnahme: Wie sieht die Bilanz nach 35-40 Jahren sammeln aus, wie viele Blue Chips habe ich denn und wo kann ich meine Sammlung in ihrer Komplexität zeigen? Dazu kommt, dass sich unsere Welt immer stärker digitalisiert und dies ältere Denkstrukturen verändert. Auch ist der Umstand nicht unerheblich, dass wir in einer Erben-Gesellschaft leben. Wir erben Kunstsammlungen, die wir nicht selbst aufgebaut haben und fragen uns, was damit passieren soll.

In all diesen Sphären ist relevant, wem wir vertrauen. Der Galerist hat hier die Rolle des Vermittlers und ist verantwortlich für die Informationsintegrität (on- und offline). Galeristen, Kunstwerke und Künstler werden generell mit zweierlei Maß bemessen: am wirtschaftlichen Ergebnis ihrer Arbeit und ihrer Loyalität der Kunst gegenüber. Das ist ein hoher Anspruch und erfordert von Galeristen vielfältige Fähigkeiten: sich in der Kunstgeschichte ebenso wie auf dem aktuellen Markt auszukennen und gute Ökonomen zu sein, dazu empathisch und geduldig im Dialog mit vielen Kunden, immer auf den angesagtesten Events zu treffen und auf dem neuesten Stand der Digitalisierung.

Wie Galeristen es schaffen, einen kühlen Kopf zu bewahren und inwieweit Vertrauen auch mit einem grundlegend neuen Verständnis von digitaler, d.h. vernetzter Gesellschaft zu tun hat, möchte Moderatorin Jana M. Noritsch, Gründerin des Collectors Club Berlin, mit ihren Gästen auf dem Podium besprechen.

Auf dem Podium sitzen:
/ Ann Kathrin Bronner, Sammlerin/ Galeristin
/ Prof. Dr. Susanne Gaensheimer, Direktorin der Stiftung Kunstammlung NRW
/ Kristina Leipold, Ltg. Development, Gropius Bau
/ Wolfram Roßner, Art Thinking, Website

Dieser Talk wird zusätzlich um 14 Uhr auch auf Englisch stattfinden. Für weitere Informationen, klicken Sie bitte hier.

Samstag, 17. November 2018  //  12 Uhr

“Von Instagram Accounts zu Privatmuseen: Wie private Kunstsammler sich in der Öffentlichkeit engagieren”

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Christoph Noe

Dieser Talk wird in englischer Sprache gehalten.

Private Kunstsammler teilen ihre Sammlung zunehmend mit einer breiteren Öffentlichkeit. Dies kann in verschiedenen Formen geschehen: Während einige Sammler ihre Sammlung online auf Websites oder Instagram veröffentlichen, publizieren andere Kataloge über ihre gesammelten Kunstwerke. Auch die Präsentation privater Sammlungen in öffentlichen Museen kann als eine gängige Form der Zusammenarbeit angesehen werden. Jüngsten Umfragen zufolge gibt es weltweit über 300 privat gegründete Museen für zeitgenössische Kunst, weitere sind in Arbeit – von Bangkok bis Mailand und von Berlin bis New York. Sehr oft werden diese Sammler und Museumsgründer von ihrer Leidenschaft angetrieben, nicht nur zu einer Kunstlandschaft, sondern auch zu einer Stadt oder Region im Allgemeinen beizutragen.

In diesem Vortrag geben wir einem Museumsgründern aus München eine Stimme. Was motiviert sie, an die Öffentlichkeit zu gehen? Was ist ihre Vision? Wie bemisst man den Besucher im Museum gegenüber einem digitalen Besucher der Museumswebsite? Welche Chancen und Risiken bestehen für solche Vorhaben?

Moderiert von Christoph Noe, Hong Kong, Kunstberater und Mitbegründer von LARRY’S LIST, Website

Diese und andere Fragen werden im Gespräch diskutiert mit:
/ Christian Utz, Sammler und Gründer des Privatmuseums MUCA, München, Website

Noemi Smolik

Samstag, 17. November 2018  //  15 Uhr

“Feminismus #3 – Wie aktuell ist Feminismus heute?”

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Noemi Smolik

Feminismus war jahrelang ein Tabuthema in der Kunst. Die meisten Künstlerinnen haben es noch vor kurzem abgelehnt, mit Feminismus in Verbindung gebracht zu werden; nein, ich bin keine feministische Künstlerin, hat man gehört. Das scheint sich zu ändern. Immer mehr junge Künstlerinnen stellen fest, dass der Traum von Gleichberechtigung  längst nicht verwirklicht worden ist; davon zeugen die Vorfälle nicht nur in Hollywood, sonders auch in der Kunstszene wie der Fall eines der Herausgeber der einflussreichen US-amerikanischen Kunstzeitschrift Artforum zeigt. Weitere Anstrengungen sind nötig.

Die Diskussion greift daher den Begriff des Feminismus wieder auf, auch wenn sie sich damit angreifbar macht, denn inzwischen wurde die Gleichberechtigungsdiskussion nicht nur um Fragen der Gender und Transgender aber auch der kulturellen und religiösen Zugehörigkeit erweitert. Daher sprechen einige heute schon sogar von Postfeminismus. Dabei verbindet alle diese Ansätze mit dem ursprünglichen Feminismus eines: die Weigerung, wegen sexueller Zugehörigkeit oder sexueller, kultureller oder religiöser Orientierung Diskriminierung egal welcher Art hinzunehmen.

Während der Diskussion wird danach gefragt, was sich seit dem Aufkommen des Feminismus in den 60 Jahren des vorigen Jahrhunderts im Selbstverständnis der Künstlerinnen, der Künstler, der Theorie und der Kunstvermittlung geändert hat? Wie aktuell ist der Feminismus heute? Und was kann das Anliegen eines aktuellen, um die Fragen der Gender, Transgender aber auch der kulturellen und religiösen Orientierung erweiterten Feminismus in der Kunst sein?

Moderiert von Noemi Smolik, Kunstkritikerin und Autorin.

Diese und andere Fragen sollen im Gespräch diskutiert werden mit:
/ Ulrike Rosenbach, Vertreterin der ersten Generation der feministischen Künstlerinnen
/ Magdalena Kita, Vertreterin der dritten Generation der feministischen Künstlerinnen
/ Rein Wolfs, Intendant der Bundeskunsthalle, Bonn

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Sonntag, 18. November 2018  //  12 – 13 Uhr

“Kulturpolitische Initiativen für das Rheinland: welche Rolle spielt heute noch die Kunst?”

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Tobias Flessenkemper

Bei der zweiten Ausgabe der Art Düsseldorf 2018 findet wieder ein kulturpolitisches Gespräch am Sonntag mittag in der Talk-Area statt. Das Jahr 2018 ist gekennzeichnet von dramatischen Ereignissen und einer von vielen Menschen als krisenhaft empfundenen politischen Auseinandersetzung. Das Rheinland zeichnet sich durch eine breite Vielfalt an Kunstvereinen, Museen, Sammlungen, Akademien, Kunsthandel und Galerien in einer dynamischen Kunstszene aus. Welche Rolle spielen diese Orte und Netzwerke der Kultur? Wie reagieren Kunst- und Kulturschaffende auf die veränderte gesellschaftliche Situation? Welche kulturpolitischen Initiativen unterstützen die Kunst und wirken in die Gesellschaft? Wie können Institutionen als zentrale Orte der Begegnung und Auseinandersetzung gestärkt werden? Welche Strategien braucht es für das heutige und zukünftige Publikum?

Moderiert von Tobias Flessenkemper, internationaler Experte für Kultur und Good Governance.

Diese und weitere Fragen sollen mit folgenden Gästen diskutiert werden:
/ Lorenz Deutsch, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, Köln, Website
/ Anja Dorn, Direktorin, Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren, Website
/ Moritz Scheper, Leiter, Neuer Essener Kunstverein, Website
/ Daniela Steinfeld, Galeristin, Van Horn, Düsseldorf, Website

Noemi Smolik

Sonntag, 18. November 2018  //  15 Uhr

Kuratoren-Gespräch

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Noemi Smolik

Im Gespräch mit:
/ Hans Ulrich Obrist, Chefkurator der Serpentine Gallery, London

Moderiert von Noemi Smolik, Kunstkritikerin und Autorin.

Weitere Informationen folgen bald.