Talks

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Freitag, 17. November 2017  //  15 – 16 Uhr

„Kunstsammeln – und darüber hinaus“ / „Art Collecting – and Beyond Collecting“

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Shila Meyer-Behjat

Der Collectors Club Berlin lädt bedeutende Akteure der Szene zum Gespräch ein.

Kunstsammeln bedeutet Wahrnehmen, Identifikation, Passion, Vergnügen, Wertschöpfung, Förderung und Investition, manchmal Sucht, immer aber zugleich auch Verantwortung. Jede Sammlung ist individuell motiviert. Wie unterschiedlich die Ansprüche und Perspektiven sind – und vor allem: wohin die Reise gehen soll, steht im Fokus dieses Podiums. Gastgeberin Jana M. Noritsch stellt Ihnen SammlerInnen vor, denen eines gemeinsam ist: die Wertschätzung von Kunst als einzigartige, lebendige Momentaufnahme mit dem Potential kunsthistorischer Relevanz. Weil sie sich für die jeweiligen Arbeiten begeistern, ist ihnen neben einer Wertsteigerung auch der langjährige Kontakt zu den Künstlern und Galeristen wichtig. Indem Sammlungen in die Öffentlichkeit gelangen, erhöhen sie das Renommée aller Beteiligten. Das ist nicht immer einfach.

Darüber hinaus gibt es nach innen gerichtete Fragen zu möglichen Optionen, die Kunstsammlungen im Hinblick auf das Thema „Beyond Collecting“ haben. Ein eigenes Museum, eine Schenkung, Verkauf, Vererben?

„Im Grunde sollten sich Besitzer größerer, strukturierter Sammlungen beizeiten Gedanken darüber machen, was später mit den Werken geschehen soll. Da es aber heutzutage so viel Kunst auf einem sehr großen Markt gibt und die wenngleich klassischen, doch recht jungen Institutionen wie Museen einerseits überfordert sind und andererseits selten den Ansprüchen der Sammler genügen, ist ein Austausch dazu wichtig. Wollen wir bestehende Systeme eigenverantwortlich mitgestalten und neue Ideen denken, sind offene Gespräche über Investment, Galerien, Auktionen, Messen, Museen und Ateliers notwendig. Ich freue mich darauf, in der Runde die unterschiedlichen Standpunkte, Erfahrungen und Ziele sichtbar zu machen, um gemeinsam daraus Perspektiven abzulesen.“ (Jana M. Noritsch, Gründerin des Collectors Club, im Vorgespräch mit der Moderatorin)

Auf dem Podium sitzen: Architektin Gudrun Wurlitzer, WURLITZER PTC Collection und artitious.com, Siegfried Grauwinkel, „Sammlung konkret“, Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes, sowie Jana M. Noritsch, Collectors Club.

Moderiert wird der Talk von Shila Meyer-Behjat, Chefredakteurin des ARTE- Magazins.

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Samstag, 18. November 2017  //  12 Uhr | 14 Uhr | 16 Uhr | 18 Uhr (jeweils 20 bis 30 min)

„Autonomie und Agenda“

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Dominikus Müller

In vier Einzelgesprächen wird unter dem Titel „Autonomie und Agenda“ mal mehr, mal weniger explizit Rückschau auf das Kunstjahr 2017 gehalten. Denn immer wieder rückte dieses Jahr – auf den Großveranstaltungen documenta, Biennale di Venezia und Skulptur Projekte Münster, aber auch in anderen Diskussionen – die Frage nach einer Repolitisierung von Kunst ins Zentrum, sei es nun vor dem Hintergrund identitätspolitischer Fragestellungen, einer gesellschaftlichen Fragmentierung oder dem Erstarken einer neuen Rechten.

Die vier von Dominikus Müller, Autor und freier Journalist, konzipierten und geführten Einzelgespräche wollen versuchen, diese Fragen strukturell, aus verschiedenen Perspektiven und vor allem vor dem Hintergrund konkreter Praxis am Ende des Jahres noch einmal aufzunehmen.

Zeichnen sich größere Verschiebungen in den Begründungszusammenhängen für zeitgenössische Kunst ab? Welche Probleme aber auch welche Chancen bietet die Idee von der Autonomie der Kunst heute, nimmt man die Kritik an ihr ernst und will sie demnach als mehr verstehen als bloß nostalgisches Beiwerk? In wie viele Teilfelder ist das Kunstfeld eigentlich schon längst zerbrochen – und was ist das anno 2017 eigentlich, „die Öffentlichkeit“?

12 Uhr / „Eine Frage des Standorts“
Die Künstler Henning Fehr und Philipp Rühr im Gespräch mit Dominikus Müller über Selbstverortung, Übersetzungsprozesse und das Prinzip des Interviews

14 Uhr / „Öffentlichkeit, welche Öffentlichkeit?“
Britta Peters, Kuratorin der Skulptur Projekte Münster 2017 und designierte Direktorin von Urbane Künste Ruhr, im Gespräch mit Dominikus Müller über fragmentierte Öffentlichkeiten und die gegenwärtigen Rahmenbedingungen von Kunst im öffentlichen Raum

16 Uhr / „Welche Kunst? Für Wen? Warum? Und wer zahlt?“
Alexander Koch, Kurator, Galerist von KOW, Berlin, und Direktor der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber, im Gespräch mit Dominikus Müller über verschiedene Kunstfelder, private und öffentliche Kunstinteressen und Möglichkeiten des Agenda-Settings sowie zeitgenössische Kunst im Bürgerauftrag jenseits von Markt und Museum

18 Uhr / „Streiten. Aber wie?“
Kolja Reichert, Journalist und Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, im Gespräch mit Dominikus Müller über die Rolle von Kritik und Auseinandersetzung sowie die veränderten Begründungszusammenhänge für Kunst

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Sonntag, 19. November 2017  //  12 – 13 Uhr

„Perspektiven der Kulturwirtschaft in der Metropolregion Rheinland“

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Tobias Flessenkemper

Die Städte Köln und Düsseldorf sind nicht allein in der Metropolregion Rheinland. Die vielfältige Kulturwirtschaft und Kunstlandschaft des Rheinlands wurzelt in der Vielfalt und im dauernden Wandel Region. Die historische Stellung des Rheinlands ist jedoch keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Das Gespräch richtet daher den Blick auf die Rahmenbedingungen und die aktuelle Lage der Kulturwirtschaft.

Welche Perspektiven haben Galerien, Auktionshäuser, Akademien, Museen, Verlagen und die zahlreichen verbundenen Gewerke und Dienstleistungen angesichts eines weltweiten Wettbewerbs um Aufmerksamkeit und Talente? Was sind die Bedingungen für neue und junge Entwicklungen? Was sind die Folgen einer Historisierung der eigenen Erfolgsgeschichten des 20. Jahrhunderts für heute?

Diese und andere Fragen sollen im Gespräch diskutiert werden mit:
/ Lorenz Deutsch, Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen, Ausschuss für Kultur und Medien, Düsseldorf
/ Susanne Titz, Direktorin, Museum Abteiberg, Mönchengladbach
/ Nadine Oberste-Hetbleck, Professorin für Kunstgeschichte und Kunstmarkt , Universität zu Köln / Zentralarchiv des Internationalen Kunsthandels (ZADIK), Köln

Die kulturpolitischen Gespräche der Art Düsseldorf bieten die Gelegenheit Chancen und Entwicklungen des Kunstmarkts, der Kulturwirtschaft und der Kulturpolitik für die Metropolregion Rheinland zu diskutieren. Die Art Düsseldorf unterstützt damit das Ziel langfristigen und höheren öffentlichen und privaten Engagements in Kunst und Kultur in der Region. Die kulturpolitischen Gespräche werden geleitet von Tobias Flessenkemper, international tätiger Experte im Bereich Kulturpolitik und guter Regierungsführung.

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Sonntag, 19. November 2017  //  14 – 15 Uhr

„Das Rheinland als Akteur der europäischen und internationalen Kulturpolitik“

Talk-Area, Alte Schmiedehalle

mit Tobias Flessenkemper

Dem Rheinland ist es gelungen seine Bedeutung als Kulturraum in Europa und der Welt zu behaupten. Dennoch ist die Region in der erweiterten Europäischen Union weniger zentraler Bezugspunkt als im 20. Jahrhundert. Insgesamt nimmt Europas relatives kulturelles Gewicht in der Welt ab. Nach einer Phase der “unkontrollierten Globalisierung” (EU-Ratspräsident Donald Tusk), scheint es nun zu einer Rückbesinnung aufs Regionale zu kommen.

Was bedeutet “regional” unter den heutigen kulturellen Bedingungen? Wie kann eine grenzüberschreitende regionale Kulturpolitik (wieder-)belebt werden? Welche Rolle können europäische Regionen für eine auswärtige Kulturpolitik Europas spielen? Welche langfristigen Chancen bieten Europäische Projekte wie das Europäische Kulturerbejahr 2018?

Diese und andere Fragen sollen im Gespräch diskutiert werden mit:
/ Petra Kammerevert, Mitglied des Europäischen Parlament, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, Straßburg und Brüssel
/ Noemi Smolik, Kunstkritikerin, Autorin und Kuratorin, Bonn und Prag
/ Patrick C. Haas, Gründer von Mélange, Köln / Associate Curator Witte de With, Center for Contemporary Art, Rotterdam

Die kulturpolitischen Gespräche der Art Düsseldorf bieten die Gelegenheit Chancen und Entwicklungen des Kunstmarkts, der Kulturwirtschaft und der Kulturpolitik für die Metropolregion Rheinland zu diskutieren. Die Art Düsseldorf unterstützt damit das Ziel langfristigen und höheren öffentlichen und privaten Engagements in Kunst und Kultur in der Region. Die kulturpolitischen Gespräche werden geleitet von Tobias Flessenkemper, international tätiger Experte im Bereich Kulturpolitik und guter Regierungsführung.